WingTsun bedeutet "schöner Frühling". Diese intelligente Kampfkunst wurde nach der ersten Schülerin von Nug Mui benannt.

Zur Geschichte von WingTsun

WingTsun ist eine alte chinesische Kampfkunst. Sie wurde vor rund 250 Jahren von Nug Mui, einer Frau entwickelt und nach ihrer ersten Schülerin benannt: Ihr Name, WingTsun, bedeutet "schöner Frühling". Ziel war es, Zivilisten, die in Kriegszeiten damals wie heute als "Freiwild" gefährdet sind, eine wirkungsvolle Verteidigungsmöglichkeit an die Hand zu geben. WT steht in der Tradition des Taoismus. "Tao" ist in der chinesischen Philosophie der "Weg". Er bezeichnet die ständige Bewegung, das Wachsen, Blühen und Vergehen.

Yim Wing Tsun

Yim Wing Tsun wurde in der Provinz Kwantung geboren und lebte seit dem Tod ihrer Mutter allein mit ihrem Vater YimLee, einem Schüler des Shaolin Klosters. Die Familie zog, um einer damaligen Haftstrafe zu entgehen, in die Provinzen Szechwan und Yunnan. Dort ließen sie sich am Fuße des Tai Leung-Berges nieder. Hier lernte Yim Wing Tsun Ng-Mui kennen. Sie zog zu ihr in den weißen Kranich Tempel, wo sie von Ng-Mui unterrichtet wurde. Drei Jahre später zog Yim Wing Tsun zu ihrem Vater zurück. Kaum daheim mußte sie sich einem stadtbekannten Schläger stellen. Sie schlug ihn zu Boden, wo er hilflos liegenblieb. Nach ihrem Sieg setzte sie ihre Kampfübungen fort. Ng-Mui, gelangweilt vom Landleben, zog weiter um sich im Lande umzusehen. Sie ermahnte Wing Tsun, sich an die Regeln der Shaolin zu halten. Ihr Wissen an aufrichtige Schüler weiterzugeben und unter ihnen einen würdigen Nachfolger zu finden.

P.S.: Für alle Kampfkunstinterresierte, im Buch Wing Tsun Kuen von Keith R. Kernspecht wird die WT-Geschichte ausführlich beschrieben!


Ziel war damals wie heute eine effektive Verteidigung die ihrer Zeit voraus ist.

WingTsun heute: Gerade in der heutigen Zeit steigt nicht nur die Kriminalität in unserer Gesellschaft weiterhin rapide an, auch alltägliche Situationen eskalieren immer öfter. WT hilft dann, wenn sie sich eingeengt und bedroht fühlen. In einer schnell vorüber gehenden Zeit, wo Geduld, Respekt und Bewegung meist bedeutungslose Wörter sind, ist WT eine echte Chance für die persönliche Entwicklung.

WT ist eine sinnvolle Freizeitgestaltung in einer netten gemeinschaftlichen Atmosphäre und natürlicher Bewegung. Man lernt sich selbst und seine Grenzen kennen und andere zu respektieren.

WT ist gewaltfrei: WingTsun Lehrer/innen sind gegen jede Form von Gewalt. Sie geben ihr Wissen in einer partnerschaftlichen und entspannten Atmosphäre weiter.

WT ist persönliche Weiterentwicklung: WingTsun-Schülerinnen und -Schüler trainieren in Gruppen, aber individuell. Die Fähigkeiten des Einzelnen werden gefördert und ausgebaut.

 

WingTsun baut auf dem vorhandenen Potential der Schüler auf. Nicht Muskelkraft und Kondition sind die Voraussetzungen für WingTsun, sondern die Bereitschaft, sich auf seinen Körper einzulassen, seine Stärken kennen zu lernen und zu nutzen. Fließende Bewegungen und plötzliche Schnelligkeit gehen in einem systematischen und koordinierten Bewegungsablauf ineinander über: Sie verschmelzen zu einer neuen und kraftvollen Einheit. Das systematische Erlernen von WingTsun steigert die körperliche und geistige Flexibilität und fördert die Wahrnehmungsfähigkeit. Den Weg dahin ergänzen gezielte Entspannungs- und Konzentrationstechniken sowie Atemübungen, die den Körper wieder "auftanken". Das Erlernen eines koordinierten und gesunden Bewegungsablaufs sowie eine geschärfte Wahrnehmung stehen im Mittelpunkt des Trainings.


Wer WingTsun lernt, entwickelt ein neues Körperverständnis und ein neues Selbst-Bewusstsein. Durch intensives Training erhalten die Schüler mehr Sicherheit, sie werden sich ihrer selbst und ihrer Möglichkeiten bewusst. Verteidigung durch WingTsun ist wie ein Fluss, der ins Meer fliest. Kommt ihm ein Fels in die Quere, lässt er sich von ihm nicht aufhalten. Allen Hindernissen zum Trotz erreicht er sein Ziel.

Allein dieses neuerarbeitete Selbstbewusstsein und das körperliche Bei-Sich-Sein führt zu einem neuen Lebensgefühl. Persönliche Einschränkungen spielen im Alltag keine große Rolle mehr. Das Leben ist vielseitiger und lebendiger.

WingTsunler verlassen die "Opferrolle" und kommen schon deshalb seltener in gefährliche Situationen. Und wenn es doch dazu kommt, verfügen sie über eine effektive, waffenlose Technik. WingTsun ist konsequente Selbstverteidigung. WingTsun nimmt die Kraft des Angreifers auf, lenkt sie in seine eigene Kraft um, verstärkt sie und richtet sie gezielt gegen den Angreifer. Dieser Ablauf gleicht dem Schachspiel. Der Schachspieler ist eins mit seinen Figuren und kennt instinktiv seinen nächsten Zug, weil er das Handeln seines Gegenübers im Vorfeld durchdacht hat. So auch der WingTsunler: In Aktion setzt er seine Reflexe unmittelbar ein.

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